Arbeitsplatz

Homeoffice: Sicher arbeiten — auch ohne große IT.

Remote-Arbeit ist für viele KMU Normalität. Die größten Risiken entstehen nicht durch Spionage, sondern durch Alltagslücken.

· Benjamin Raulf, BR-Systems

Homeoffice bedeutet: Firmendaten verlassen das Büro — auf Laptops, in Wohnzimmern, manchmal auf privaten Routern. Das muss nicht unsicher sein. Aber „VPN drauf und fertig“ reicht selten.

Die fünf Baustellen, die wir am häufigsten sehen

  • Privater PC für Firmenmail: Keine Kontrolle über Updates, Kinder-Accounts, Piraterie-Software
  • Schwaches Heim-WLAN: Router mit Standard-Passwort, kein Gast-Netz für Besucher
  • Keine Festplattenverschlüsselung: Laptop verloren — Daten lesbar wie auf einem USB-Stick
  • Screenshots & USB-Sticks: Kundendaten landen ungeschützt auf privaten Speichern
  • Kein klares Regelwerk: Mitarbeitende wissen nicht, was erlaubt ist

Was wirklich hilft — ohne Overkill

Für die meisten KMU mit zehn bis dreißig Nutzern reicht ein klares Paket:

Firmengeräte mit BitLocker oder vergleichbarer Verschlüsselung, automatischen Updates und Endpoint-Schutz (z. B. G DATA). Microsoft 365 mit Mehrfaktor-Authentisierung für alle Konten — nicht nur die Geschäftsführung. VPN oder Zero-Trust-Zugang nur dort, wo interne Systeme nicht ohnehin cloudbasiert sind.

Eine halbe Seite schriftliche Regeln („keine Firmendaten auf privaten Handys“, „bei Verlust sofort melden“) schlägt jede teure Lösung, die niemand kennt.

Im Café oder unterwegs

Öffentliches WLAN ist nicht automatisch gefährlich — aber unverschlüsselte Seiten und offene Bildschirme sind es. Bildschirmschutz, VPN für interne Dienste, keine Bankgeschäfte über fremdes Netz: Basics, die in einer 10-Minuten-Einweisung hängen bleiben.

Wir richten Homeoffice-Arbeitsplätze ein, prüfen bestehende Setups und dokumentieren, was wo läuft. Mehr zu Zugängen und MFA im Beitrag Passwort-Policy allein reicht nicht.

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