„Die Cloud ist doch gesichert“ — wirklich?
Microsoft 365 läuft in professionellen Rechenzentren. Das heißt aber nicht, dass gelöschte Mails, versehentlich überschriebene Dateien oder Ransomware-Angriffe automatisch rückgängig gemacht werden.
„Wir haben alles in der Cloud — da brauchen wir kein Backup.“ Den Satz hören wir regelmäßig. Er klingt logisch, ist aber gefährlich ungenau. Microsoft sorgt dafür, dass der Dienst verfügbar ist — nicht dafür, dass Ihre Daten unter allen Umständen wiederherstellbar sind.
Was Microsoft grob abdeckt
Ausfälle in Rechenzentren, Hardware-Defekte auf Microsoft-Seite, begrenzte Versionen in SharePoint und OneDrive (je nach Einstellung). Manche gelöschte Postfach-Inhalte lassen sich kurz über den Papierkorb oder Admin-Tools zurückholen — nicht unbegrenzt und nicht bei jedem Szenario.
Was oft nicht abgedeckt ist
- Mitarbeiter löscht absichtlich oder aus Versehen tausende Dateien
- Angreifer mit gültigem Konto räumt Postfächer und SharePoint leer
- Schadsoftware verschlüsselt synchronisierte Ordner am PC — Cloud kopiert mit
- Sie brauchen Daten von vor sechs Monaten — die Aufbewahrung reicht nicht
Was wir empfehlen
Ein dediziertes M365-Backup (z. B. über Veeam, Acronis oder vergleichbare Lösungen) speichert Mails, OneDrive, SharePoint und Teams getrennt und mit längerer Historie. Kombiniert mit dem 3-2-1-Prinzip aus unserem Bereich Backup & Notfallvorsorge und dem Whitepaper Ransomware-feste Backups.
Einmal im Quartal: Testweise eine Datei und ein Postfach zurückholen. Nicht nur „Backup grün“ im Dashboard glauben — sondern wirklich prüfen. Dazu passt unser Beitrag Backup ohne Restore-Test ist keine Versicherung.
Microsoft 365 ist ein exzellenter Arbeitsplatz — aber die Verantwortung für Ihre Daten teilen Sie mit Microsoft. Den eigenen Teil sollte man bewusst erledigen.