Infrastruktur

VMware unter Broadcom: Lizenzen neu denken.

Seit der Übernahme 2023 ändert Broadcom das Lizenzmodell — viele KMU sehen deutlich höhere Kosten. Zeit für eine ehrliche Bestandsaufnahme.

· Benjamin Raulf, BR-Systems

Wer jahrelang VMware vSphere im Einsatz hatte, kannte das Modell: Prozessor-Lizenzen, Support-Vertrag, fertig. Nach der Broadcom-Übernahme endeten viele perpetual Lizenzen, Pakete wurden zusammengelegt und Preise für Neukäufe und Verlängerungen stiegen spürbar. In Gesprächen mit KMU hören wir dieselbe Frage: „Lohnt sich das noch — oder müssen wir weg?“

Was sich konkret geändert hat

Broadcom bündelt VMware-Produkte in weniger Paketen (z. B. VMware Cloud Foundation, vSphere Foundation) und setzt stärker auf Abonnements. Kleine Umgebungen mit zwei bis drei Hosts, die früher mit vSphere Essentials oder Standard gut auskamen, zahlen oft mehr — oder bekommen Funktionen, die sie gar nicht brauchen.

Das ist kein technisches Problem allein, sondern ein Budget-Thema: Virtualisierung läuft weiter, aber der Vertrag passt nicht mehr zum Unternehmen.

Drei sinnvolle Schritte

  • Vertrag lesen: Wann läuft Support ab? Was kostet die Verlängerung wirklich?
  • Bedarf klären: Wie viele VMs, welche Features (vMotion, Replikation, Backup-Integration)?
  • Alternativen vergleichen: Proxmox, Hyper-V oder gehostete Cloud — je nach Team und Risiko

Eine Migration ist kein Wochenend-Hobby, aber auch kein Hexenwerk. Entscheidend sind Inventar, Testumgebung und ein geordneter Cutover — nicht „alles auf einmal am Freitag“. Dazu haben wir später einen eigenen Beitrag geschrieben: Proxmox statt VMware. Das Whitepaper Sicher zu Proxmox migrieren fasst Risiken und Voraussetzungen zusammen.

Wer bei VMware bleiben will: Verhandeln, Paketgröße prüfen, Laufzeit planen. Wer weg will: Nicht warten, bis der Vertrag ausläuft und der Zeitdruck maximal wird.

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