Informationssicherheit

Zero Trust: Niemand steht automatisch innen.

Früher galt: Wer im Büro-Netz ist, darf viel sehen. Zero Trust dreht das um — und ist für KMU weniger Science-Fiction als gedacht.

· Benjamin Raulf, BR-Systems

Zero Trust klingt nach Konzern mit eigenem Security-Team. Die Idee ist aber einfach: Vertrauen ist kein Ort, sondern eine Entscheidung — jedes Mal neu. Egal ob jemand im Büro sitzt, per VPN von zu Hause kommt oder in der Cloud arbeitet: Zugriff nur mit klarer Identität, passenden Rechten und möglichst wenig Daten.

Was das im Alltag heißt

  • Kein flaches Netz: Buchhaltung, Produktion und Gäste-WLAN sind getrennt
  • MFA überall: Passwort allein reicht nicht — besonders für E-Mail und Admin
  • Weniger Dauerzugriff: VPN nur für das, was wirklich intern bleiben muss
  • Geräte mit Kontrolle: Nur verwaltete PCs und Handys bekommen vollen Zugriff

Zero Trust ist kein Produkt

Microsoft, Cisco und andere verkaufen „Zero-Trust-Lösungen“. Dahinter steckt oft eine Kombination aus Identität (Microsoft Entra ID), Geräteprüfung, Firewall und Monitoring — Stück für Stück. Für ein KMU mit 20 Nutzern beginnt Zero Trust nicht mit einer Millionen-Investition, sondern mit: Admin-Konten trennen, Gast-WLAN isolieren, MFA erzwingen, Server nicht für alle erreichbar machen.

Genau solche Bausteine prüfen wir im CyberRisikoCheck nach DIN SPEC 27076 oder einer Cert+-Bewertung.

Der häufigste Irrtum

„Zero Trust heißt, wir brauchen alles neu.“ Nein — oft reicht es, bestehende Systeme schärfer zu konfigurieren: Firewall-Regeln aufräumen, alte VPN-Zugänge abschalten, vergessene Freigaben löschen. Der Wandel ist eher eine Haltung als ein Big-Bang-Projekt.

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